Standing ovations für schwarzweiss bei CD-Präsentation

«schwarzweiss» im Neumarkter Reitstadel gefeiert

Standing ovations im Reitstadel: Selten, dass man das so hat. Aber diesmal galt das einer besonderen Combo. schwarzweiss hatten zum ersten großen öffentlichen Konzert geladen. Nach zahllosen Auftritten in Fußgängerzonen in ganz Süddeutschland oder auf kleineren Feiern, vor Edmund Stoiber in München oder dem Bayerischen Journalistenverband in Fürth, wagten die Fünf aus Neumarkt den Sprung auf die Reitstadel-Bühne. Schließlich galt es, den ersten eigenen Silberling zu präsentieren.

NEUMARKT (wof) - Der ist wohl geraten, nimmt man den Live-Auftritt im Reitstadel als Grundlage. Produzent Mark Bender hat das Seine dazu beigetragen. Das Besondere an schwarzweiss ist und bleibt dabei die für den Mainstream dieser Tage ungewöhnliche Besetzung.

Wer spielt Gloria Gaynor oder Supertramp in der Besetzung Bass, Akkordeon, Gitarre, Klarinette und Geige, fragt sich der geneigte Zuhörer. Und verzichtet auf Gesang, sondern lässt gekonnt die Geige flehen oder das Saxophon den Weg aufzeigen. Wobei der Applaus zeigt, dass gerade das ankommt.

Denn die Fünf wollen weg vom Althergebrachten, hin in die musikalische Nische mit einer Besetzung, die aus der Klezmer-Musik und der Musik des Balkans bekannt ist. Eine Besetzung, die aber auch alles erlaubt. Da spürt man in verschiedenen Nummern so richtig das Schtedl, da klezmert es bunt und schillernd. Das sind die Momente von Piotr Siedlik. Michael Dorner und Max Gmelch, wenn Geige, Akkordeon und Gitarre in menschheitsalte Rhythmen verfallen und die wehklagende Klarinette von Leo Gmelch mit dem strammen Bass Om Hari Lasars sich treibend darüberlegt. Das ist stark. Vor allem, wenn die Musiker fast fliegend die Instrumente gekonnt durchwechseln, jeder jeden ersetzt.

Viel Spielfreude

Das sind die einen Momente in einem inzwischen breit gefächerten Programm. Da gehört aber auch Oasis dazu, reduziert auf Gitarren, Bass, Akkordeon und Geige, durchaus reizvoll. Und eben auch nessun dorma, einem Paul Potts geschuldet. Überzeugend die Eigenkompositionen, die im Klezmer-Stil oder leicht jazzig angehaucht sind, viel Spielfreude vermitteln und eingängig das Ohr erreichen.

Wobei das Quintett auf der Bühne vor allem von einem lebt: Von der Ausstrahlung, die die fünf Jungs da rüberbringen. Es ist authentisch, was sie da machen, das nimmt man ihnen ab. Standing ovations also im voll besetzten Reitstadel (viele mussten weitergeschickt werden), und nachher viel Andrang beim Autogrammeschreiben. «Da müssen wir jetzt nämlich hin», beendete Michael Dorner augenzwinkernd den Auftritt im Saal mit der Bitte, doch auch zu kommen, «damit wir nicht so alleine sind». Alle kamen.




schwarzweiss im Reitstadel
Gut gelaunt und mit erstaunlicher Perfektion präsentierten die fünf Jungs von «schwarzweiss» im Reitstadel ihre erste CD: In ungewöhnlicher Besetzung bekommen bekannte Lieder einen ganz neuen Anstrich.     Foto: Wolfgang Fellner


Quelle: http://www.nm-online.de/artikel.asp?art=923872&kat=16